Lieber Herr Albrecht,


Einkaufen hat ja in den seltensten Fällen
etwas mit Besinnlichkeit zu tun,
aber gerade jetzt in der Weihnachtszeit könnte es doch
so hier und da wenigstens etwas besonnener zugehen?

Ich war eben schnell los zur Nahrungsbeschaffung
und ganz ehrlich: ich habe auch nicht viel Zeit.
Daheim hockt die Brut, drei Kinder im Wachstum
und ich sage Dir, Herr Albrecht, die schaffen was weg.

Mit Deinen Läden sind wir groß geworden,
haben unser erstes Taschengeld in die Schokoladenstäbchen investiert,
diese im orangeroten Karton mit Milchcremefüllung,
einzeln in güldenes Papier verpackt -
und es war so viel lohnender, die ganze Tafel zu erstehen,
als beim Bäcker in die Pfennigdosen zu greifen,
die wir heute manchmal ein bißchen vermissen.
Das war, als man Einkaufswagen noch nicht anketten mußte
und längst nicht alle Kassen ein Transportband hatten.

Weißt Du, Herr Albrecht,
ich habe als Kind immer Deine Angestellten bewundert,
wie sie in Windeseile ungefähr eine Million verschiedene Zahlenkombinationen
völlig ohne hinzusehen in die Kassen eintippen konnten.
Dank der Erfindung des Scanners bleibt uns nun heute
dieses Schauspiel verwehrt
aber dafür ist das Personal nun schneller als irgendein Kunde es je sein könnte!

Vor einiger Zeit stand ich wartend,
wobei ich beobachten konnte, wie eine alte Dame den Wettlauf mit Deiner Zeit verlor.
Sie war ganz klein, das weiß ich noch,
denn sie hatte Schwierigkeiten einen Joghurtbecher aus der Ecke des Wagens zu fischen
und sie hatte so ein freundliches Gesicht mit vielen Lachfalten,
und bestimmt ist sie die Lieblingsomi jedes ihrer Enkel.
Und die arme Frau rang mit ihrer Fassung, 
als der Rest des Einkaufs harsch in den Wagen geschoben wurde 
und die Falten zitterten und auch ihre Hände, 
weil sie das Wechselgeld und den Korb und den Wagen und alles
gar nicht so schnell händeln konnte
und ich hatte drei Tage lang ein schlechtes Gewissen,
weil ich ihr nicht zur Hilfe geeilt war.
Hast Du eine Omi, Herr Albrecht?

Wenn anderswo Fleischskandale oder Arbeitskraftausbeutung
immer mal wieder Themen in den Medien waren,
konnten wir uns immer auf Dich verlassen.
Schnitt ein Produkt im Test nicht gut ab,
wurde es umgehend aus dem Sortiment genommen
und immer gab es guten Ersatz für einen guten Preis.
Besondere Aufmerksamkeit gab es nur für besondere Innovationen -
ich erinnere mich noch an den Rummel,
als einige wenige Glückliche den ersten Discount-PC ergattert hatten.
Und so habe ich gelernt Dir treu zu bleiben,
ganz lange ohne drüber nachzudenken.

Wie ist das eigentlich, Herr Albrecht, kaufst Du selber ein?
Und gehst Du auch immer dorthin,
wo Du eben schon immer hingegangen bist,
sei es aus Gewohnheit oder Bequemlichkeit oder vielleicht auch
aufgrund mangelnder Alternativen in der Nähe?
Was müsste passieren, damit Du etwas normal gewordenes aufgibst? 

Ich gehe ja davon aus, daß meine paar Joghurts in der Woche
nicht einmal annähernd ins Gewicht fallen
und Du deshalb gar nicht merken wirst, daß ich nicht mehr da bin.
Aber deshalb schreibe ich diese Zeilen hier, Herr Albrecht,
damit Du vielleicht doch weißt, warum ich jetzt nicht mehr Kunde bei Dir bin.

Vor einiger Zeit fiel mir auf,
daß ich begann einen anderen Supermarkt vorzuziehen.
Immer wieder fand ich eine Ausrede, warum ich lieber dorthin müßte
obwohl ich ja wußte, daß mein Einkauf dann teurer werden würde
und Sparsamkeit ist mit drei Kindern wirklich ein Thema.
Aber bis ich wirklich begriff, 
warum ich anfing meinen Gewohnheiten untreu zu werden,
dauerte es eine Weile, denn der Grund erschien mir geradezu lachhaft.

Aber eben war ich, wie oben ja bereits erwähnt,
in einem Deiner Läden einkaufen 
und nun bin ich ganz sicher, es war für mich das letzte Mal.

Kennst Du vielleicht auch diesen Witz,
wo einer berichtet, daß er sich die Zeit um seinen Geldbeutel zu zücken
dadurch ergaunert, weil er vereinzelt loses Obst und Gemüse
so auf dem Band verteilt, daß das Abwiegen quasi das Unmögliche möglich macht?
Schade ja nur, daß eigentlich jeder diese Situation kennt?

Ich habe heute Rücken, Herr Albrecht, das tut echt weh.
Eines der Kinder läuft nicht und muß oft getragen werden
und diese 25 Kilo treiben den Verschleiß voran.
Da konnte ich mich nicht gut bücken und mußte an die Omi denken
und während ich noch meinen Einkaufsbeutel hob
um nachzuweisen, daß kein Diebesgut in den Ecken des Wagens lag,
hatte die Dame an der Kasse schon die ersten zehn Artikel abgefertigt und gestapelt
und ich schwöre Dir, Herr Albrecht, ich habe echt mein Bestes gegeben
um meine Sachen da möglichst schnell vom Fleck zu bekommen
ohne Verpackungen oder Inhalt zu beschädigen
und es war mir nicht möglich.

Der Grund, warum ich zukünftig nicht mehr bei Dir einkaufen möchte,
ist der, daß man beim Markt nebenan genügend Zeit hat,
darauf zu warten, daß ich meine Sachen heil in meine Taschen tun kann
oder gar zu fragen, ob ich bei etwas Hilfe benötige?
Mein Einkauf besteht eigentlich immer aus den gleichen Dingen
und ich habe gerechnet, Herr Albrecht,
und bin zu dem Schluß gekommen, 
daß ich mir die 10 Euro Mehrkosten in der Woche leisten möchte.

Lieber Herr Albrecht,
vielleicht liest Du das hier ja doch
und vielleicht ist das ja ein bißchen unsere kleine Weihnachtsgeschichte?
Wenn dem so wäre, würde ich mir wünschen, daß Du einmal kurz darüber nachdenkst,
ob es nicht an der Zeit wäre,
den Menschen, die doch eigentlich immer gern bei Dir waren
einfach eine zusätzliche Minute zu schenken.

Frohe Weihnachten.


Edit:

Wie zu erwarten war, kratzen die Bedürfnisse des Verbrauchers niemanden.


12. Dezember 2016

Kommentare:

  1. Wunderbar geschrieben!
    Vorweihnachtliche Grüße,
    Steffie

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  2. Sehr schön geschrieben. Kennst du die ZDF-Reportage "Die Aldi-Story" über die Brüder Albrecht? Kann ich nur empfehlen, mir hat die nämlich die Augen geöffnet. Ich weiß, warum ich dort nicht einkaufen möchte und eigentlich nie gemocht habe.

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    1. Da ich ja nicht fernsehe, ist das an mir vorbei gegangen. Aber unterm Strich ging es ja auch so... ;-)

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  3. Ich - die für eine große Einzelhandelskette arbeitet - bin wenn ich das so lese - dankbar dass bei meinem Arbeitgeber Zeit für einen Scherz mit den Kassiererinnen ist... Macht das ganz dann ja auch noch heimeliger.. Einkaufen ist sowieso schon nervend... Da muss man nicht auch noch hetzen... Lieber herr Albrecht bitte bitte nehmen sie sich den den Brief von der lieben Frau Mel zu Herzen....

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  4. Einfach sooo klasse geschrieben! Du hast mehr als talent!

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    1. Siehste, wenn ich mit Papier schieben nicht mehr weiter komme, schreib ich einfach ein Buch über das normale Leben... :-)
      <3

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  5. Hi Mel,
    Ganz großartig geschrieben!
    Liebe Grüße, Jana

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  6. Liebe Mel,
    Bitte schick' ihm das! Es könnte ja sein, dass er Deinen wundervollen Blog nicht liest. Und hat er überhaupt die Zeit dazu? Das Lesen des Posts dauert ja länger als das Veräumen eines Familieneinkaufs ;-).

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  7. Liebe Mel,
    ich hoffe sehr, dass dieser Post Herrn Albrecht erreicht! Wunderbar geschrieben 😍
    Liebe Grüße
    Christine

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  8. also liebe Frau Mel...ich muss schon sagen !!!! sehr beeindruckend
    ich glaube du hast hiermit wiedermal vielen aus der Seele geschrieben und gerne würde ich, wenn ich darf, deinen Text mit auf meinen Blog nehmen. Viel mehr Leser auf dieses schöne Schreiben aufmerksam machen und zum nachdenken anregen.
    Ich selber gehe schon seit Monaten nur noch zu "Feinkost Albrecht" wenn wir auf bestimmtes Lust haben was ich eben nur dort bekomme oder mal as wirklich Supergünstiges im Angebot ist.
    LG hellerlittle

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    1. ich freu mich über deine Zustimmung und klick dann gleich mal den Post hoch ;o)

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  9. Ganz toll geschrieben. Du sprichst mir aus der Seele. Wobei es für durchaus noch weitere Negativbeispiele gibt. Die Wertschätzung von Lebensmitteln und deren Käufer ist bei uns in Deutschland leider ein beinahe vergessenes 'Kulturgut'. Da sieht es in unseren Nachbarländern schon ganz anders aus. Schade, aber immerhin gibt's das noch.
    LG🙂

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    1. Oh ja - das kann man an vielen Stellen beobachten, das heute war einfach nur mein jetzt-reichts-Moment. Aber man kann ja auch nur für sich allein Dinge verändern.
      GLG!!

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  10. Klasse Mel - du sprichst mir aus der Seele - nur ... die Kassiererinnen können auch nichts dafür - die Vorgaben durch die Vorgesetzten sind der Hammer - ich weiß das durch meine Schwägerin, die lange bei A. an der Kasse gesessen hat - übrigens noch bevor es die Scannerkassen gab :-) und deswegen ist der Herr A. besonders gefordert. Die Kassiererin meines bevorzugten Supermarktes hatte heute die Ruhe weg - zwei Rumäninnen zahlten ihre Einkäufe mit Cent-Stücken - es dauerte ewig bis sie ihr Geld zusammen hatten - aber sie blieb die Ruhe pur - ungeduldig wurden nur die Wartenden... LG Deine Conny

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    1. Deshalb schrieb ich an Herrn A und nicht an die Kassiererin. Eine Bekannte von mir arbeitete auch mal in einer Filiale, wobei es ja auch da durchaus Unterschiede gibt.
      Was ich auch so richtig gut ab kann, ist das gehetzte Geschiebe ohne nachzudenken, wenn nach einem kein anderer Kunde mehr kommt. Oh, ich könnte Romane schreiben... ;-) Hut ab vor der Kassiererin mit Zeit! GLG!!

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  11. Bravo!
    Ganauso ist es. Ich habe mich zwischenzeitlich auch von diesem Laden (fast ganz) abgewendet, denn ich hasse es, wenn die Ware einfach in den Wagen geworfen wird (nur noch für das Klapapier fahre ich ganz gezielt in den Markt, denn da habe ich immer noch kein vergleichbares gefunden). Ich tue dann auch bewusst langsam mit dem bezahlen, denn nur weil die Kassiererin so schnell und hektisch ist, muss ich nicht auch in Hektik verfallen. Also auch wenn sie fertig ist, packe ich weiter ein und bezahle dann.

    Schöne Worte zu einem leidigen Thema.

    LG
    Dagmar

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    1. Ja, das war bisher auch meine Taktik. Oder einfach mal fragen, ob es sehr stört, wenn man seinen Einkauf auch mitnehmen möchte... ;-)
      GLG!!

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  12. Moin Mel,
    ich bin schon sehr lange Kunde beim Laden "daneben", denn Spaß am Einkaufen hat man bei Hr.Albrecht NIE! Das geht echt ganz anders!
    Herzlichen Dank für Deinen tollen Beitrag!
    Liebe Grüße
    Bastelotti

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    1. Wie oben gesagt, ich bin auch oft in Eile und gar nicht der Typ für Wellness-Einkaufen (das genieße ich dann aber, wenn ich mir mal Zeit dafür nehme!), aber es muß doch möglich sein, daß man Dinge, für die man ja auch Geld bezahlt, halbwegs sorgfältig verstauen kann... Dachte ich jedenfalls irgendwann mal. ;-)
      GLG!!

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  13. Spricht mir aus dem Herzen. Kannst du nicht dafür sorgen ... über Zeitung oder TV ... dass er deinen Brief wirklich zu lesen bekommt?
    Ich wünsche dir eine schöne, ruhige, kreative Vorweihnachtszeit.
    LG Petra

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    1. Es hat schon jemand versucht ihn weiter zu leiten. Ich bin gespannt, erwarte allerdings nix. ;-)
      GLG!!

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  14. Hallo, Mel,
    ich weiß nicht warum, aber bis jetzt ist bei unserem Aldi doch sehr "entspannt", soweit einkaufen, besonders vor Weihnachten entspannt sein kann. Ich habe Rheuma und kann nicht immer so schnell nachkommen, wie die Kassiererinnen die Waren durch den Scanner ziehen. Oft legen sie dann die Teile in meinen Wagen und auch wenn ich beim Bezahlen nicht so schnell bin, habe ich noch nie ein böses Wort gehört.
    Ich glaube auch, dass die Angestellten ganz schön unter Druck gesetzt werden, möglichst viele Kunden in möglichst kurzer Zeit durchzuschleusen. Da wird unsere Welt insgesamt immer unmenschlicher. Und ich hoffe auch, dass Herr "Aldi" Deine Zeilen liest und sie sich zu Herzen nimmt. Die Menschen werden immer älter und damit auch gebrechlicher. Auch diese Menschen gehen einkaufen!

    Ach, was war das früher schön, als man noch in Ruhe einen kleinen "Schnack" beim Einkauf halten konnte. Das ist heute undenkbar!

    LG, RuthT

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    1. Na, das klingt doch aber, als sei in unserer Welt noch nicht alles verloren. :-D Und ja, ich bin sicher, daß es zu einem großen Teil an den Auflagen liegt, die das Bedenpersonal so hat - allerdings denke ich, daß in Fällen, wie zum Beispiel mit der süßen Omi, man auch mal außerhalb der Reglementierungen mitdenken können sollte...
      GLG!!

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  15. Vergiß es, Zeit ist Geld und nur das zählt!!! Die Läden des Herrn Albrecht waren und sind kein Einkaufsziel für mich und werden es auch nicht sein.
    Grüßle Gundi

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    1. Tja, deshalb wird in diesem Leben auch aus mir trotz Selbstständigkeit keine Geschäftsfrau - mit "für alle gut" statt "für mich optimal" bin ich offensichtlich nicht zeitgemäß... ;-)
      GLG!!

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  16. Liebe Mel!
    Du sprichst mir aus der Seele. Auch in Österreich ist es bei Hofer (= Aldi) immer unmöglich mit dem Einräumen so schnell nachzukommen wie die Waren über den Scanner gezogen werden. Und wenn dann wieder mal die Joghurt Becherdeckel ein "Leck" haben weil die schwereren Dinge draufgepurzelt sind und sich das Joghurt in der ganzen Tasche verteilt frag ich mich dann doch ob der Supermarkt nebenan nicht doch eine bessere Alternative wäre.
    Liebe Grüße
    Gabi aus Niederösterreich

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    1. Es wäre doch allgemein für alle viel schöner, wenn sich die Leute mal entspannen würden? Bestimmt gibt es irgendwo ein Modell, wo mal einer ausgerechnet hat, wie viele Millionen es fiktiv kostet, wenn man sich für die normalen Dinge des Lebens eine Minute länger Zeit lässt - aber mal ehrlich, das will doch keiner? Mal sehen, wie lange höher-schneller-weiter noch funktioniert bevor sich die Menschheit zu Tode optimiert hat.
      GLG!!

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  17. Hallo Mel,
    dein Brief gehört an eine größere Öffentlichkeit, darum werde ich ihn auch bei Facebook teilen. Ich hoffe, das ist in deinem Sinne. Es ist sooo wahr und nicht nur jetzt, in der Vorweihnachtszeit. Der Druck bei anderen Supermärkten wird zwar auch immer größer, aber es ist auch noch Zeit für ein, zwei freundliche Worte an die Kassiererin, die es auch nicht immer leicht haben.
    Bitte weiter so!
    Alles Liebe vom Bodensee
    Sabine

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    1. :-) Es funktioniert ja aber auch nur, wenn der Verbraucher den Tanz mittanzt. Meiner Meinung ist es an der Zeit mal darüber nachzudenken, ob wir nicht alle nochimmer mehr als genug hätten, wenn wir mal einen Gang runter schalten würden? Sowohl der Discount-Mogul als auch der Wagenschiebeber. Das Leben könnte so einfach und angenehm sein...
      GLG!!

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  18. Servus Mel!
    Oh mein Gott - du sprichst mir (wie immer!) aus der Seele!!! Ich gehe nur im wirklich äußersten Notfall da rein, denn mich kot.t diese Hektik toootaaal an! Mein Herzallerliebster und ich gehen grundsätzlich ganz entspannt einkaufen. Jeder ist sich dessen bewusst, dass an manchen Tagen viel mehr los ist und alles seine Zeit braucht. Wir lassen uns von der Hektik in keinster Weise anstecken. Leider sitzt aber auch dort (nicht Hofer) die eine oder andere Dame bei der Kassa der anscheinend die Todesstrafe angedroht wurde, wenn sie einen Artikel länger als 1 Sekunde in der Hand hält. Da werden sowohl die Äpfel, das Brot, die Mehlspeise herumgeschmissen, als gäbs kein Morgen mehr. Furchtbar! Und wenn man fragt, ob sie sich dessen bewusst ist, dass das Lebensmittel und keine Pflastersteine sind, bekommt man auch noch eine patzige Antwort . . .
    Liebe Grüße
    ELFi

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    1. Ich habe mal gefragt, ob es eigentlich ein Problem wäre, wenn ich Wert darauf legen würde meine Einkäufe nicht zerdrückt und difformiert nach Hause zu tragen. Das das zu nichts geführt hat muß ich nicht betonen...
      Diese nicht-Wertschätzung von eigentlich allem macht mich sehr betroffen und ich hoffe es gelingt mir, meinen Kindern eine Idee davon zu vermitteln, daß Dinge auch anders gehen.
      GLG!!

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  19. Zeit ist Geld, du sagst es. Bei uns gibt es drei Filialen,alle gleich blöde zu erreichen, also kaufe ich meist in der, in der die Kassiererinnen zwar auch suoer schnell sind, aber entspannt gucken oder helfen, wenn man mit dem Einpacken mit dem Scanner nicht mithalten kann. Übrigens, als sie noch getippt haben, waren sie schneller als der Scanner ;)) Ich denke, es hängt auch viel von der Ladenleitung ab, die natürlich auch druck bekommen, wenn sie nicht genug Kunden durchschleusen. Aber solange billig mehr zählt als Qualität und Service, wird sich auch nichts ändern. LG Ursula

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    1. Da hast Du wohl Recht! Die Frage ist natürlich inwieweit man sich dem alltäglichen Wahnsinn tatsächlich entziehen kann - wir werden sehen. Aber sich zumindest schonmal bewußt zu machen, daß es das gerade einfach nicht sein kann, ist für mich zumindest schonmal ein Anfang.
      GLG!!

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  20. PS: Da du hellerlittle das Okay für die Veröffentlichung auf ihrem Blog gegeben hast, bin ich so frech und nehme dieses auch für mich in Anspruch. Der Text ist bei mir schon online und ich hoffe, es tut sich was . . .!
    Liebe Grüße
    ELFi

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    1. Aber bitte! Ich denke, je mehr sich einmal kurz Zeit nehmen darüber nachzudenken, desto besser. :-D

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  21. Oh, wie recht du hast. Und das erschreckende: hier ist es dasselbe, obwohl ich wohl ca. 500 km entfernt wohne.
    Ich packe immer betont langsam ein und verstaue auch erst alles im Wagen,
    ehe ich das Portemonnaie mal suche. Soviel Zeit muss sein.
    Aber ich ertappe mich auch dabei, dass ich nur noch sehr selten dahin gehe.
    Viel Ruhe
    Wünscht
    Annett

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    1. Eigentlich krass, daß sich-Zeit-lassen eine Form der Rebellion ist... ;-)
      GLG!!

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  22. Oh weh, ich habe diese erfahrung auch schon gemacht, aber eher bei L..l :D wo ich nicht hingehe, nur zur Not unser Aldi im Ort ist wundervoll, es liegt auch immer am Marktleiter und wären hier die Ladys an der Kasse unter Druck, oder man würde sehen, dass es auch menschlich in der Filiale nicht passt würden viele einfach nebenan zu Penny oder Rewe gehen, wir haben den Luxus bei 2500 Einwohnern alle 3 Läden zu haben und zusätzlich eigentlich keine sozialen Brennpunkte, sprich den meisten geht es recht gut. Hier werden Scherze gemacht, wenn man nicht schnell genug ist, dann stellt man einem vorsichtig die Sachen in den Wagen und untereinander ist immer ein Gekicher und gute Stimmung, schon alleine deshalb kaufe ich dort gerne ein, ein Pool wunderbarer, gut gelaunter Menschen, die nicht aufgesetzt freundlich sind, sondern wirklich und das kommt auch von den Kunden zurück. Aber ich sage ja immer, wir leben in einer art Bullabü

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    1. Oh, Bullerbü klingt toll... *träum* Wobei wir hier ja nun auch nicht in der Großstadt leben. Zum Glück! Sonst müßte ich vermutlich regelmäßig schreien oder sowas? ;-)
      GLG!!

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  23. Liebe Mel!
    Es ist wahr - und oft habe ich genau das auch zu sehen. vor ein paar Jahren war ich selbst mal für einen Monat an einer Kasse beschäftigt und genau das was Du mit der Omi beschrieben hast, ist mir auch passiert. An diesem Punkt habe ich beschlossen, daß mein Abstecher in dieses Geschäft nicht mit mir übereinstimmt. Ich wurde von meinem Chef sehr laut gerügt, daß ich einem alten Mann - er kaufte 1 Tafel Schoki, damit er mal vor die Tür kommt mit seinem Wägelchen - half, sein Kleingeld aus dem Portemonai zu sammeln. An meiner Kasse und auch an der anderen Kasse war niemand! - so daß ich eigentlich hätte mir die Zeit nehmen können. Mein Chef sah das anders und sagte, wenn ich mit dem Kunden fertig wäre, soll ich zu ihm kommen. Wie oben schon geschrieben, hat er mich richtig runderneuert für ein bischen kleine Menschlichkeit. Nun arbeite ich wieder seit 2 Jahren in der Altenpflege und ich habe Glück, einen Arbeitgeber zu haben, bei dem ich mir ein kleines Minibischen Zeit für die Patienten nehmen darf. Nicht übermäßig natürlich, aber ein bischen. Das tut dem Patienten und mir gut! Die Moral meiner Geschichte ist: Es ist also nicht unbedingt die Kassiererin, die es absichtlich so schnell macht, sondern eben der "Boss", der dahinter steht. Somit ist Deine Geschichte an Herrn Albrecht an die richtige Adresse gerichtet. Drücke Dich mal aus der Ferne und wünsche Dir einen schönen 3.Advent
    Andrea-Emmi41

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    1. Ein bißchen ist doch auch manchmal schon so viel! Schön zu lesen, daß es noch Arbeitgeber gibt, die da einen Hauch Verständnis haben. Gerade in der Pflege kann man ja auch zusehen, wie freundliche Gesichtszüge wegrationalisiert werden und ehemals immer-herzliche Schwestern zu persönlichkeitslosen Pillenverteilern verkümmern, weil die Konzernvorgaben ein humanes Miteinander verbieten - ein Trauerspiel!
      Schon dritter Advent - ich muß mal eben Kekse backen! (Die Zutaten habe ich glücklicherweise noch im Haus... *lach*)
      GLG!!

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  24. Liebe Mel,
    ein ganz toller Text. Genau auf den Punkt gebracht. Wie oft habe ich schon daran gedacht was unsere Lebensmittel Wert sind wenn sie nur schnell und ohne Rücksicht zurück in den Einkaufswagen gestoßen und geworfen werden um ja schnell die Kasse wieder frei zu machen. Dazu die Kunden die sobald 2 Kunden vor Ihnen sind nach einer zweiten oder dritten Kasse brüllen.

    Einkaufen wird so für mich noch stressiger als so schon.

    Liebe Grüße
    Sina

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    1. Naja, ist ja klar. Wenn alle Leute so denken würden wie wir, hätte man das Thema sicherlich schonmal lauter irgendwo diskutiert - aber solange es Leute gibt, die keine Zeit haben jemanden vorbei zu lassen, nach einem Parkplatz zu suchern, der nicht für Mutter mit Kind oder Behinderte reserviert ist, im Vorbeigehen ein nettes Wort fallen zu lassen oder mal die Hackfresse gerade zu ziehen (ein Lächeln mag man ja schon gar nicht mehr fordern...), werden stressende und gestresste Handlungen weiter grassieren wie eine fiese Virusgeschichte.
      GLG!!

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  25. Liebe Mel,
    du hast ja so Recht!! Kurz bevor ich mit meinem Wagen um die Ecke biege, stelle ich mich gedanklich schon auf den Einpack-Sport ein. Nervig! Und dazu diese ewig tiefen Wagen... Im Laden nebenan kann ich sogar zwische DREI Verschiedenen Hohen wählen. Grandios! Ich bin nicht alt, aber wenn ich zb eine Gartensession hinter mir habe, komm eich nicht ohne Schmerzen an meine Sachen, die sich in extrem rückenunfreundlicher Lage gefinden (auch ohne Rückenprobleme). Deshalb sind auch meine Besuche bei A. seltener geworden.
    Wäre doch toll, wenn gerade, wo doch diese tollen Werbespots laufen, sich die Firmenpolitik selbst auch etwas danach richten würde.
    Viel "Spaß" beim Einkaufen NEBENAN :-)
    Corinna

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    1. Ich kenne zwar die Werbespots nicht, aber ich glaube, ich habe eine ungefähre Vorstellung... Das nenne ich dann mal Ironie? ;-)
      GLG!!

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  26. Das kennt jeder und ich hasse es auch. Ich kaufe da auch nicht mehr ein. Mit meinen 34 Jahren bin ich wohl auch schon zu alt, denn mir sind die auch viel zu schnell und zu hektisch. Was soll ich denn als erstes machen? Einkaufswagen füllen oder bezahlen. Befüllt man erst, wird man doof angeguckt. Bezahlt man erst, wird man verscheucht und kann nicht in ruhe den Rest einpacken.

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    1. Aber wie krass - offensichtlich kennt das wirklich jeder und jeder findet es ätzend. Und trotzdem wird es weiter praktiziert. Armes Deutschland... :(
      GLG!!

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  27. Liebe Mel!
    Was für ein schöner Text! Und er passt perfekt in die Weihnachtszeit - und auch zur aktuellen Fernsehwerbung von Herrn Albrecht, die auf mehr Familie und Besinnlichkeit und die wirklich wichtigen Dinge im Leben abzielt. Dazu gehört auf jeden Fall ZEIT und Muße und viel, viel weniger Hektik. Die Kassen und den Sprint, den man dort zurücklegen muss jennt jeder. Im Supermarkt um die Ecke ist es tatsächlich anders! Bei uns wartet die Kassiererin sogar, bis man eingepackt hat und steht dann erst von der Kasse auf, wenn nach einem keiner mehr in der Schlange steht.
    ich habe mal eine unglaubliche Geschichte bei Herrn Albrecht erlebt, als ich wirklich sehr dringend eine Toilette brauchte. So dringend, dass ich meinen vollen Wagen stehen lassen musste...
    Unglaublich, was die Marketingabteilung dir geantwortet hat!

    GLG Nicole

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    1. Huhu Nicole!
      Mittlerweile habe ich mir die aktuelle Werbung auch mal angesehen - und bin aus dem Kopfschütteln gar nicht mehr raus gekommen... Aber schon schräg, daß denen das nicht mal peinlich ist? Ich meine, wie man den Kommentaren hier unschwer entnehmen kann, kennen wohl sehr viele den Einkaufshorror - aber man hat dann ja hinterher, schneller Abfertigung sei Dank!, genügend Zeit um sich davon wieder zu erholen. Oder so.
      Wenn es nur nicht so bitter wäre, könnte man echt mal laut drüber lachen.
      GLG!!

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  28. Hallo Mel, großartig geschrieben!!!
    Viele liebe Grüße
    Marion

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  29. Ich schreibe jetzt mal aus der Sicht der Kassiererin.
    Ihr übertreibt definitiv. Wir schmeißen keine Ware in den Wagen oder sonst wohin. Aus welchem Grund sollten wir dies machen?
    Wenn ich die Ware schmeiße, diese kaputt geht, muss der Kunde sich neue holen und wir haben den Verlust.
    Ihr seid es, die meckern wenn 5 Kunden an der Kasse sind. Dann dauert es euch zu lange.
    Seid ihr aber an der Reihe, sind wir euch zu schnell?!
    Merkt ihr was??

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    1. Liebe Kassiererin ohne Namen...
      Schade, daß ich Dich nicht ansprechen kann, denn gerne würde ich Dich mal fragen, wie denn das mit den Vorgaben durch den Arbeitgeber so ist, oder was Du meinst, was man als Kunde anders tun könnte, denn daß eine Medaille immer zwei Seiten hat, das hat soweit ich das erlesen kann niemand abgestritten.

      Meine eigene Erfahrung mit einem Markt hier in der Nähe (Henstedt-Ulzburg, nördlich von Hamburg) war leider wiederholt, daß genau das passiert ist: es wurde geschmissen, zerstört und wenn man als Kunde nicht schnell genug vom Fleck kam, waren Ladenangestellte UND der Mob hinter einem sichtlich genervt. Von Übertreiben kann da leider gar keine Rede sein - aber ICH habe meine Konsequenzen daraus gezogen.

      Das Problem ist ganz und gar von Ladenbetreiber UND Kunden gemacht, denn die Idioten, die Alarm machen, weil sie an einer Kasse länger als drei Minuten stehen müssen, die gibt es auch reichlich - dafür habe ich übrigens genauso wenig Verständnis und wenn so einer hinter mir steht,lasse ich den gerne vor, denn ICH habe diese zusätzliche Minute.

      Die Tatsache, daß es offensichtlich eine ganze Reihe Menschen gibt, die das "Problem" als solches wahrnehmen und kennen zeigt doch eigentlich nur, daß es Zeit wird mal wieder umzudenken anstatt alles kaputt zu optimieren. Toll wäre doch, wenn die Leute, die hübsche und hippe Magazine kaufen, in denen es um Selbstwert und Achtsamkeit geht mal anfangen das Gelesene zu leben. Und toll wäre auch, wenn ein Konzern wie der Albrecht-Riese, der in der aktuellen Werbekampagne das Bedürfnis nach mehr Kuscheligkeit im Altag bei den Kunden ja durchaus erkannt hat, diese Idee ein Stück weiter trägt - in meinem Fall an die Kasse.

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  30. Kann mich vielen Vorrednen nur anschließen: Ein wirklich gelungener Brief.
    Schade, dass ich mir ziemlich sicher bin, dass es "Herrn Albrecht" überhaupt nicht juckt, dass mancher Kunde sich etwas mehr Zeit wünscht... Für diese Firma zählen nur die Zahlen, die Menschen sind ihr egal. Das Personal dort scheint - gemäß der ZDF Reportage - auch nichts zu lachen zu haben...
    Bei ALDI in Spanien geht es nicht ganz so hektisch zu - aber das liegt an der Mendalität der Leute. Die lassen sich nicht so schnell hetzen. Da gibt es in der Regel auch bei Hochbetrieb noch Zeit für ein paar nette Worte, ein Witzchen und auch Hilfe, die Artikel vom Band in den Einkaufswagen zu befördern. Wir sind hier warten gewöhnt..... Manchmal ist es auch zum Haare raufen, wenn sich die Dinge immer in Zeitlupe bewegen..;-)

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    1. Ach, ich würde das so toll finden, wenn die Leute hier entspannter wären. Dieses pünktlich auf und pünktlich zu - im Süden gibts das nicht. Wenn die Siesta ne halbe Stunde länger dauert, dann juckt das niemanden. Und wenn es gerade läuft, bleibt der Laden eben auch mal länger auf. Vieles regelt sich doch auch von ganz allein, wenn man nicht versucht alles in das starre Korsett von Regeln, Odnung und Optimierung zu quetschen... *träum*
      Grüße aus dem Norden!!

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  31. Danke Mel für diese Worte! Bei uns ist es ganz unterschiedlich, es gibt Tage, da fühlst Du dich total gehetzt und andere da ist es an der Kasse echt in ordnung! Aber ein bißchen mehr Ruhe und weniger Hektik würde den netten Damen bei uns an der Aldi-Kasse mit Sicherheit auch gut tun! Es gibt andere Supermärkte, die das genaue Gegenteil praktizieren, das finde ich dann auch wieder nicht so dolle, wenn Du ne Kassiererin hast , die das Einscannen "zelebiert"... Einfach in der Mitte treffen, das fänd ich gut :)

    Gruß und schönen Start ins letzte Adventswochenende,
    scrapkat

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    1. Du sagst es - mehr Ruhe würde uns ALLEN sowas von guttun!
      Hatte vorhin gerade eine Diskussion mit meinem großen Kind üner Zeit und Wertschätzung, weil mich diese ewigen Whatsapp Sprachnachrichten so annerven. Entweder nimmt er sich die Zeit ein paar Worte in korrektem Deutsch zu tippen oder erkann auch einfach anrufen? Ich unterhalte mich nicht mit einem schweigenden Plastikgerät und möchte nicht auf eine Antwortoption reduziert werden. Von meinen Lieben nicht und auch sonst. Was um alles in der Welt sollte so dringend sein, daß man nicht diese Minute Zeit hätte?
      GLG!!

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  32. Du hast es auf den Punkt gebracht. Niemand hat mehr Zeit, weder beim einkaufen im Laden noch auf dem Markt. Im Laden bekommst du den Wagen ins Schienbein gedrückt, auf dem Markt wirst du einfach weitergeschoben. Ich finde es für ältere Menschen grauenvoll, denn die haben dermaßen Angst mit Kleingeld zu bezahlen. Die Kassierein hat es ja schon parat, der nächste wartet und rollt die Augen .... schnell ... schneller ...noch schneller.
    Das Gesetzt des Lebens ist aber, JEDE / R wird älter und braucht irgendwann dies Zeit zum einkaufen, bezahlen und einpacken. Auch die, die jetzt so schnell sind und es soooo eilig haben, machen dann langsam und können nur hoffen, nicht gehetzt zu werden.
    in diesem Sinne, eine besinnliche und streßfreie Weihnachtszeit und das es anhält bis ins Neue Jahr
    liebe Grüße - Angelika

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Schön, daß Du da bist!