Detail am Donnerstag: Aufräumen


Kennt Ihr den Stapel?
Diesen Stapel von Dingen,
der bis ins Unermessliche wachsen kann,
wenn man nichts gegen ihn unternimmt?
Diesen Stapel,
der dazu neigt Briefe und Zettel zu vertilgen
um immer weiter und weiter zu expandieren?
Dieser Stapel,
der irgendwann sogar beginnt Kleinteile zu absorbieren,
erst Kleingeld und Knöpfe,
später ganze Handys, eventuell Lebensmittel
bis Ihr am Ende um das Leben Eurer Kinder fürchtet??

Wir haben so einen Stapel
und der Schöpfer dieses Dings
ist der Lieblingsgatte.

Den Stapel gab es bereits in unserer alten Wohnung
und nach einem misslungenen Versuch
ihn in einer farbneutralen Ikeabox zu domestizieren
hatte ich ganz kurz die Hoffnung,
daß wir ihn beim Umzug in das Haus
einfach am alten Standort lassen könnten?
Das ging aber nicht.

Also wollte ich den Stapel räumlich begrenzen.
Zu diesem Zwecke hatte ich besonders schlau
eine Garderobenvorrichtung installieren lassen
wo jedes Familienmitglied eine Schublade hat
um Sachen wie Schlüssel, Handschuhe, Kaugummis -
naja, eben für alles was man so unterwegs braucht -
so unterzubringen, daß sie nicht herumliegen müssen.
Ich hatte allerdings nicht nachdrücklich erklärt,
daß das auch der Rückzugsort für den Stapel werden sollte.
Mein Fehler.

Unser Stapel versucht übrigens mir zu gefallen,
deshalb ist er zu einem Großteil aus Papier.
Er entfacht meine Leidenschaft trotzdem nicht.

In der Küche begann der Stapel schnell 
sich so richtig heimisch zu fühlen.
Und was noch viel schlimmer war:
der Stapel hatte plötzlich Kinder!!

Mutter Hoch ließ also ein Stapel-Familien-Domizil bauen
um so die Küche für ihre eigentliche Funktion
zurück zu erobern...



...allein, der Stapel lebt nicht sehr gern eingesperrt:


Mein Thema diese Woche:

AUFRÄUMEN

In regelmäßigen Abständen,
nämlich immer dann, wenn der Stapel anfängt
mich von Hinten beim Füttern des Kindes anzugreifen,
kommt der Punkt an dem mein Blick reicht...

Danach ist für zwei bis drei Tage Ruhe,
bevor sich der Stapel wieder erhebt.
Sein größerer Bruder heißt übrigens Karton -
aber der lebt zum Glück im Keller!!

;-)



Kommentare:

  1. Jaja, unser LieblingsGag beim Hirn-beim-Messi-TV-abschalten auf RTL 2 lautet ja auch "sammeln, stapeln, horten". Also bei Euch ist noch Luft nach oben :-))
    Ich habe unserem Horten ja seit einigen Wochen den Kampf angesagt, aber bis der Keller leer ist, ist wahrscheinlich wieder Frühling (2016 oder 17 ;-))

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    1. *gröhl*
      Das Kellerding habe ich aufgegeben... Solange der Weg in mein Reich nicht versperrt ist, bleibe ich tolerant! :-)
      GLG!!

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  2. Hi Melli,
    ich finde Stapel und Kartons ganz in Ordnung. Es gibt auch die breit gefächerte Bodenablage. Die ist weniger schön :-(
    GLG

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    1. Die Bodenablage haben wir nur zur Steuererklärungszeit - allerdings habe ich beim letzten Mal schon überlegt, ob ich dem Mann nicht lieber ein Sauerstoffgerät mitzugeben, falls er in eine Lawine gerät? :-)))
      GLG!!

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  3. Oh Gott, der Stapel!!!!!!
    Der ist bei uns auch heimisch. Besonders unglücklich ist, dass er sich direkt neben dem Kaffeeautomaten breit macht. Da ist nämlich ein Ventil defekt, sodass kontinuierlich Wasser austritt und stets droht, den Stapel zu erreichen.
    Noch lästiger als ein Stapel ist ein nasser Stapel!!!!!
    Auch hier ist am Auftürmen des Ganzen der Mann des Hauses maßgeblich beteiligt. Ist das geschlechtsspezifisch? Hat das mal jemand erforscht?
    Und warum um Himmels Willen packt er zu den geöffneten Briefen, die er im Stapel ablegt auch gleich den aufgerissenen Umschlag dazu statt ihn wegzuwerfen? Werde ich das jemals erfahren?
    Nicht zu verachten ist auch der Arbeitskeller. Ich muss anmerken, dass da immer wieder (auch mal gründlich ) aufgeräumt wird , aber zwischenzeitlich ergibt sich dann doch wieder die Notwendigkeit von Kompass und ähnlichen Hilfsmitteln um durchzukommen.Ich sollte Edgar als Suchhund ausbilden lassen. :)

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    1. *kaputtlach*
      Die Vorstellung von einem nassen Stapel, der langsam zu einem Klumpen Pappmaché mutiert ist wirklich der Supergau!!
      Die Geschichte mit dem Briefumschlag ist hier auch ein Thema. Man kann sogar halbe Umschläge im Stapel finden, weil der amputierte Teil ein neues Leben als Einkaufsliste führt. Gerne auch in der Seitentasche des Automobils mit vielen Kollegen...
      Unsere Studien belegen übrigens, daß es sich nicht um ein geschlechtsspezifisches Phänomen handelt, sondern vielmehr eine genetische Komponente beteiligt sein muß - mein Schwager in spe beklagt die Stapelbildung ebenfalls und hat schon eine Menge mäßig wirksamer Methoden ausprobiert.
      Aber wir forschen kontinuierlich weiter...

      Edgar wäre als Suchhund garantiert gut geeignet, denn allein aufgrund seiner Größe besteht nicht gleich Lebensgefahr, sollte mal ein Stapel ins Rutschen geraten! :-))

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    2. Hihihi, ich lach mich kaputt. Eure Kommentare sind einfach der Hit!

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  4. Oh, die Stapel... kenne ich zu gut ... über Wäschestapel, Katalogstapel, Designerpapierstapel, auch gern auf dem Boden verteilt, Kochbücherstapel und vom Göttergatten der Papierkramstapel.... ;) oft mehrere Stapel nach Themen schon vor sortiert, aber nicht weggeräumt. Mit dem Argument brauch ich noch oder mach ich später ... verteilen sie sich im Wohnzimmer in seiner Ecke .. ;) Ja ja, und die schweren Umschläge, die es nicht bis in den Papierkorb schaffen. Ist ja zu schweeeeer .... *lach*
    In diesem Sinne .. fröhliches aufräumen euch allen ...
    Lg, Julia

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  5. :-)))
    Der Wäschestapel wird hier bei uns liebevoll "Mount Laundry" genannt (ich glaube, diese Begrifflichkeit hat der Mann meiner Freundin ersonnen, aber treffender kann man es nicht ausdrücken) - und kann in regelmäßigen Abständen einzig mit einem Sauerstoffgerät erklommen werden...
    Das ist meine selbstpersönliche Antwort auf das allgegenwärtige "mach-ich-später" und natürlich ein Schuß in den Ofen. Denn wer muß es wegmachen?? *schiel*
    Aber irgendwas ist eben immer... ;-)
    GLG!!

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  6. "Aufräumen" ... in welcher Sprache sprichst Du gerade??? Völliges Fremdwort bei den männlichen Mitbewohnern. Den kleinen Mann hat man ja irgendwie noch im Griff, aber Stapel kann der auch schon super bauen, ganz besonders aus seinen Büchern (wir hätten damals die Bauklötzchen weglassen sollen, da ging's ja auch immer um 'höher'!! ..*gröhl*). Nach fünf Wochen fällt ihm ein, das er genau das unterste Buch brauch ...*rums*, die oberen Bücher wegräumen ist ja nicht, man zieht lieber das untere vor!! Also ich bin überzeugt, das es genetisch bedingt ist, egal wo ich was höre, bei den meisten ist es genau so!! Wenn ich nicht aufpassen würde, würde die Stapelbildung in allen Räumen stattfinden, sogar auf der Toilette. In der Küche bildet sich aber immer einer. Irgendwann packt mich die Wut und ich schleppe den Stapel in den Schweinestall, denn so nenne ich das Arbeitszimmer meines Mannes. Da ich Schlimmes ahnte, habe ich beim Hausbau eine Tür in diesem Zimmer einbauen lassen. So seh' ich nichts. Von Zeit zu Zeit 'sperre' ich meinen Mann darin ein und dann muss er aufräumen!!
    Dazu noch 'ne herrliche Geschichte: Im Sommer wurde unsere Heizung gewartet, dazu mussten die Monteure auch an die Steuerregelung der Fußbodenheizung im Obergeschoß. Ich sagte: 'Das ist jetzt 'ne ganz schlechte Idee, denn die befindet sich im Arbeitszimmer meines Mannes und das ist für die Öffentlichkeit nicht zugänglich. Die beiden sahen das aber sehr entspannt und fanden das Zimmer doch ganz normal!! Ich sag doch, genetisch bedingt!!
    Grüßle Gundi

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    1. Ich schmeiß mich weg!!!! *mitdenfüßentrommel*

      Einen Schweinestall haben wir hier auch. Das ist allerdings der Werkzeugkeller, der auch jetzt, drei Jahre nach Einzug noch diverse Kartons beinhaltet. Mein Versuch, das Chos zu lichten, scheiterte kläglich... Aber der Lieblingsgatte findet es anscheinend ganz ok so?

      Daß Männer und Frauen grundsätzlich eine verschiedene Wahrnehmung haben, was Dinge angeht, die eigentlich nicht zu diskutieren sind, zeigt sich auch gerne in anderen Bereichen: Termine machen zum Beispiel! Da kann ich die Wände hochgehen, wenn mein Mann einen Termin mit dem Gärtner für "in der Woche nach den Herbstferien" macht und das übersetzt sowas bedeutet wie "zwischen jetzt und Ostern" - das macht mich Wahnsinnig!! Aber was ich richtig schlimm finde ist, daß die Herren das offensichtlich ganz normal finden?
      Y-chromosomale Wahrnehmungsstörungen nenne ich das. Und dann behaupten die Kerls, Muddi sei zickig... ;-)
      GLG!!

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  7. Wie war das, "wer Ordnung hält, ist nur zu faul zum Suchen"? Ich liebe Suchen.
    Gestern auf der Kreativ-Messe hab ich mir einen Meter Spitzenbordüre für die Deko einer gereiften Kreativen geholt. Heute, 24 Std. späte find ich sie nicht mehr. Aber sie ist nicht auf dem Stapel (übrigens einen Tipp für wankende Schichtungen: rechts und links dicke fette Ordner aufstellen, das hält) nicht in den Schubfächern (die ich kaum aufkriege, weil sich dort die Schätze verkanntet haben.) Nicht überm Stuhl, zum Glück auch nicht im Müll.
    Solidarische Grüsse von A aus B, das wird schon...

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    1. Allerliebste A...
      Glaube Sie mir, ich habe die Ordnung bestimmt nicht erfunden - aber da ich dieses Mutterding nicht gänzlich abschütteln kann, haben die Dinge bei mir alle einen Platz. Ein Zuhause sozusagen. Sie sollen es gut haben und behütet sein.
      Freiwachsende Stapel sind ja quasi die Clochards der Ordnung, sie erwecken in mir den unstillbaren Drang, sie augenblicklich zu resozialisieren. Domestizieren? Bin ich ein Stapelquäler??
      Oweh...
      Übrigens: ein Genie überblickt das Chos! :-)
      Fühle Sie sich geherzt!!
      M.

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Schön, daß Du da bist!